Wiener Walzer 2017

14. WP-Kegelturnier Wiener Walzer
Bericht

 

Die 14. Auflage eines der fünf österreichischen WP-Klassikers wurde am 24. Juni 2017 vom WGSC in Wien-Favoriten abgehalten.
Trotz des heißen Tages fanden sich alle fünf österreichischen Kegelvereine schon vor 10 Uhr vormittags ein, um dann gleich zum Kampf um jeden Kegel anzutreten.
Titelverteidiger war der WGSC, der sich im Vorjahr erstmals den Wanderpokal schnappte, nachdem er im Jahr zuvor wie ein Phönix aus der Asche stieg nach langen Jahren der Kegellosigkeit.
Damit konnte er auch nicht den Wanderpokal behalten, wie er irrtümlich glaubte. Denn der ehemalige und inzwischen aufgelöste GKC Wien und der WGSC sind trotz derselben Spieler zwei verschiedene Paar Schuhe.

 

Zu Beginn starteten unter anderem unser Markus Oberroithmair, genannt „Momo“ und Erwin Salzer (hörend) vom WGSC. Während Momo tapfer kämpfte, um seine anfängliche Schwäche wieder wettzumachen, gelang Salzer ein Husarenstück mit 551! Er hatte im ersten Satz in den Vollen nur 72, im Abräumen griff er sich eine Machete und bannte sich mit 63 Hölzern einen Weg durch den undurchdringlichen Dschungel. Momo erreichte immerhin 474, wo es vorher so aussah, als könnte er nicht einmal 450 erzielen. Salzer führte jetzt in der Einzelwertung und das sollte ziemlich lang so bleiben.
Unser zweite Kegler – Bogdan „Bodo“ Preda schob sich jetzt in die Arena. Er war im ersten Satz ziemlich gut drauf, gleich mal 150 hingekitzelt. Im zweiten Satz sackte er ein, nur 121, dann wieder 148 und zum Schluß nur 117, aua….. aber immerhin 536 und die Hoffnung auf einen Spitzenplatz lebte.
Ivan Bajic versuchte dann, das Ergebnis noch mehr hinaufzupushen. Es gelang ihm dann doch sehr gut, obwohl schon ein bißchen mehr drinnen sein könnte. Seine Würfe zeugten von einer Kraft, die staunen ließ. Selbst eine Hebelpresse wäre schwächer als er, so wuchtig hämmerte er jeden Wurf mitten in die unschuldigen Kegel, die beim heransausen seiner Kugel vor Schreck von selbst umfielen. Etwas unverständlich, dass er je ein stolzes wie schwächeres Ergebnis hatte. Im 1. Satz noch 158, folgten im nächsten lahme 119, dann wieder dasselbe im 3. und im Finalsatz wieder 150. 600 hätten andernfalls locker herausgeschaut. Jaroensin Huanraluk schaffte ja im Vorjahr seinen ersten und bisher einzigen 600er auf dieser Bahn.
Unser letzte Mohikaner, Manfred Weidner, musste dann zusehen, noch mehr zuzulegen, um womöglich noch für einen Sieg unserer Mannschaft zu sorgen, denn die Grazer waren nicht übermäßig stark trotz der beiden Friedbergers und Peperko. Leider versaute Mandy seinen 1. Satz völlig mit 111. In einer fulminanten Aufholjagd kam er immerhin auf 512 und hielt sich damit die lästigen Salzburger vom Nacken, die uns den dritten Platz streitig machen wollten.
Auf den Sieg oder zumindest den 2. Platz hatten wir keine Chancen mehr, den machten sich die Grazer und die Wiener unter sich aus.
Letztendlich gewannen die Wiener mit einem Vorsprung von 21 Holz vor den Grazern.

 

Spannend war auch das Spiel zwischen Huanraluk und Peperko, die sich bis aufs Messer bekämpften. Huanraluk schaffte es, sich um einen Kegel vor Peperko zu setzen und strich damit 50 Euro Prämie als Tagesbester ein.

 

Nun begann der Sprint. Die besten 8 der Einzelwertung waren dafür antrittsberechtigt.
Da einige nicht auch am Sprint teilnehmen wollten, rückten schwächere je nach Rangfolge rauf in die Startliste.
Bodo begann gegen Salzer und bog ihn glatt mit 2:0. Wenig Glück hatte Ivan gegen Rieser in der Vorrunde. Zwar schaffte er den Ausgleich im 2. Satz, im Sudden Victory jedoch war für ihn der Ofen aus. Er schied aus.
Huanraluk und Peperko gewannen jeweils ihr Spiel gegen Georg Friedberger bzw. Waltl.

 

Das Halbfinale lautete somit Huanraluk – Bodo und Rieser gegen Peperko.
Bei Huanraluk gackerte kein Huhn mehr, er konnte Bodo nicht annähernd gefährden und schied sang- wie klanglos aus. Damit hatten wir einen Linzer im Finale!
Rieser hatte gegen Peperko auch nichts mitzudiskutieren und verzwitscherte sich trotz starker Würfe am Ende von dannen.

 

Das Finale zwischen Bodo und Peperko war spannend. Den 1. Satz musste Bodo noch sausen lassen, aber im zweiten drehte er auf und schaffte den Ausgleich. Nun musste wieder einmal „Frau“ Sudden Victory befragt werden, bzw. das Orakel von Delphi. Das war leider Peperko gnädig. Er legte in 3 Würfen zwei Neuner und eine Acht um, mächtig! Dagegen kam Bodo nicht an, nur 15.

 

Trotzdem – herzliche Gratulation an Bodo zum 2. Platz!

 

Die Siegerehrung fand anschließen gleich auf der Kegelbahn statt, obwohl es zuvor geheißen hatte, man wolle diese in einer Schutzhütte auf der Schmelz im 15. Bezirk abhalten, wo auch eine Abendveranstaltung mit Theateraufführung auf dem Programm stand. Die Kegelsektionsleitung der Wiener überlegte es sich dann anders und gewährte die Siegerehrung noch am Spielort, sehr zur Erleichterung der weit angereisten Mannschaften.

 

In zwei Wochen geht es dann um den „Lindwurm-Pokal“, der von den Kärntnern erstmals in Keutschach statt wie zuvor immer in Klagenfurt-Ost abgehalten.

 

Bilder vom Turnier und der Siegerehrung

 

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